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Vier Steine im Wasser bei Sonnenaufgang

13. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Die vier Rollen des Egos – und wie sie dein Essen steuern

Du weißt eigentlich alles über Ernährung.

Was gut ist, was nicht. Wann man essen sollte und wann besser nicht.

Und trotzdem stehst du abends wieder vor dem Kühlschrank.

Ganz ehrlich: Dir fehlt kein Wissen.

Da ist eine Stimme in dir, die stärker ist als jedes Wissen.

Und heute möchte ich dir zeigen, wer da spricht.

Was ist das eigentlich – diese Stimme?

Das ist dein Ego.

Klingt erst mal komisch, oder? Ego, das klingt nach eingebildet.

Aber ich meine etwas anderes.

Stell dir vor, du bist als Kind in einem Raum voller Spiegel aufgewachsen.

Jeder Spiegel hat dir etwas über dich erzählt:

„Du bist zu viel." „Du bist zu wenig." „Iss deinen Teller leer." „So willst du doch nicht ausschauen."

Irgendwann hast du geglaubt: Das bin ich.

Aus all diesen Spiegelbildern ist eine Stimme geworden.

Und die redet heute noch – jeden Tag, ganz oft beim Essen.

Das Wichtigste gleich vorweg:

Diese Stimme ist nicht dein Feind. Aber sie ist auch nicht du.

Sie ist wie ein Radio, das im Hintergrund läuft. Du musst nicht jedes Lied mitsingen. 📻

Das Ego spielt dabei verschiedene Rollen. Ich habe vier erkannt, die immer wieder auftauchen.

Bei mir. Und bei den vielen Frauen, die ich begleiten durfte.

1. Die Erschöpfte

Sie sagt: „Bei mir klappt's halt nicht. Alle anderen schaffen es. Nur ich nicht."

Die Erschöpfte wirkt schwach. Aber weißt du was? Sie ist die Rolle mit der meisten Macht.

Denn solange ich „die Arme" bin, muss ich nichts verändern.

Sie ist wie eine warme Decke, unter der man sich verkriecht. Gemütlich. Aber man kommt nicht mehr raus.

Beim Essen zeigt sie sich so:

Trostessen nach einem schweren Tag.

„Ich hab's mir verdient" vor der offenen Kühlschranktür.

Ein neuer Plan – mit dem leisen Gedanken: „Klappt eh wieder nicht."

2. Die Kümmerin

Sie sagt: „Ich mach das schon. Ich weiß, was gut für euch ist."

Die Kümmerin ist wichtig. Gebraucht. Fast wie eine Heldin mit Umhang.

Genau deshalb ist sie so tricky.

Sie ist wie ein Krug, aus dem alle trinken – aber keiner füllt ihn auf.

Beim Essen zeigt sie sich so:

Essen im Stehen, nebenbei, zwischen Tür und Angel.

Die Reste vom Kinderteller statt eines eigenen.

Und abends holst du dir mit Essen zurück, was du den ganzen Tag gegeben hast.

Ganz ehrlich … das war meine größte Rolle. Ich wollte alle retten. Meinen damaligen Partner, die Kollegen in der Arbeit.

Ich habe gegeben, bis nichts mehr da war – und mir abends mit Essen zurückgeholt, was den ganzen Tag gefehlt hat.

Erst als ich das gesehen habe, konnte ich sie loslassen.

3. Die Strenge

Sie sagt: „Reiß dich zusammen. Du hast schon wieder versagt."

Die Strenge ist die laute Rolle. Sie will recht haben. Sie will Kontrolle.

Sie ist wie eine Lehrerin mit dem Rotstift, die in deinem Kopf wohnt.

Oft entsteht sie aus den anderen beiden: Wer lange erschöpft war oder lange gerettet hat, dem wird es irgendwann zu viel. Und dann schlägt es um – gegen dich selbst.

Beim Essen zeigt sie sich so:

Alles oder nichts: der perfekte Plan oder komplett „egal".

Strafe nach dem „Ausrutscher": weniger essen, extra Sport.

Harte Worte vor dem Spiegel.

4. Die Perfekte

Sie sagt: „Ich muss es perfekt machen. Alle sollen sehen, dass ich mich im Griff habe."

Die Perfekte vergleicht, bewertet, will gut dastehen.

Sie ist wie eine Schaufensterpuppe: außen perfekt hergerichtet, innen müde und leer.

Und das Spannende: Diese Rolle steckt in allen anderen mit drin. Sie ist sozusagen der Kern.

Die Stimme, die flüstert: „Du bist nicht gut genug. Noch nicht."

Beim Essen zeigt sie sich so:

Der perfekte Teller – vor allem, wenn jemand zuschaut.

Ständiges Vergleichen: „Die ist so schlank."

Vor anderen „brav", allein heimlich.

Und meistens … alle an einem Tag

Morgens voller Vorsätze. Mittags die Kollegin gerettet.

Nachmittags „bei mir klappt eh nix". Abends Schimpfen vor dem Kühlschrank.

Kommt dir bekannt vor?

Das ist völlig normal. Die Rollen wechseln ständig. Wie ein Karussell. 🎠

Und hinter allen steckt dieselbe Stimme.

Warum das die beste Nachricht ist

Weil du keine der Rollen besiegen musst.

Es reicht, die Stimme zu erkennen.

„Ah. Da ist ja wieder mein Radio."

Nicht wegdrücken. Nicht kämpfen. Nur bemerken.

Genau in dem Moment entsteht ein kleiner Raum zwischen dir und der Stimme.

Und in diesem Raum bist du.

Nicht die Erschöpfte, nicht die Kümmerin, nicht die Strenge, nicht die Perfekte.

Du.

Das nenne ich Bewusstsein.

Und von dort aus verändert sich nicht nur das Essen. Sondern das Leben.

Welche Rolle ist bei dir gerade am lautesten?

Beobachte dich eine Woche lang.

Schreib abends in einem Wort auf, wer heute am lautesten war.

Du wirst staunen, was du siehst. ✨

Oder du nimmst die Abkürzung:

In meinem kostenlosen Quiz findest du in zwei Minuten heraus, welche Rolle gerade dein Essen – und dein Leben – steuert.

Und du bekommst deinen ersten Schritt raus aus der Schleife gleich dazu.

Deine Sabine

Welche Rolle steuert dein Essen?

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